Neptun im Widder – was wird sich da zeigen?
Widder ist der Anfang. Vom Tierkreis, die Geburt, das Leben. Hier nimmt alles seinen Anfang, ist voller Energie und Mut, möchte loslegen. Widder ist die Kraft der Geburt, der puren Existenz, die sich selbst behauptet, mit Widerstandskraft und dem Willen nach vorne. Hier drängt alles, ist neugierig und der Blick ist feurig auf die Gegenwart gerichtet.
Dies ist die Bühne, die nun Neptun betritt. Neptun, der Herrscher des Fische-Zeichens, Meister der Illusion und des Nebels, Dirigent unseres Unterbewusstseins, unserer Träume und Fantasien, unserer Sehnsüchte.
Wie passt das zusammen? Nach 14 Jahren seiner Reise durch das Heimatzeichen Fische betritt Neptun nach 165 Jahren wieder den Widder. Er schlüpft unter der Gardine der schwer greifbaren Fische Energien in die kalte und klare Luft der Gegenwart. Wendet sich ab vom Träumen und der Vergangenheit.
Es ist immer ein wenig wie eine Geburt, wenn ein Planet über die Schwelle des Tierkreises tritt und bei 0 Grad Widder den ganzen Tierkreis von vorne beginnt. Neptun initiert sich neu und das tut er alle 165 Jahre.
Im kollektiven Horoskop symbolisiert Neptun die Seele des Volkes, der Gemeinschaft. Er ist der Bote der neuen Trends, bei Mode, wie auch bei Musik.
Neptun im Widder: Wildes aus Kunst und Kultur
Das letzte Mal war Neptun 1861 bis 1875 im Widder. Ich möchte mal nur am Beispiel der Kunst und Musik zeigen, wie damals die Zeitqualität war, damit wir uns darauf vorbereiten können:
Die Farbfotografie entstand und damit ein neues Medium, Realität und Leben einzufangen. Eine große Konkurrenz für die Kunst, doch die Malerei wurde nicht abgeschafft, wie vielerorts vermutet, sondern integrierte die neuen technischen Möglichkeiten.
In der Malerei gab es einen bedeutenden Stilbruch: Der Impressionismus experimentierte mit Farben, Formen, Licht und wie sich das auf die Psyche des Betrachters auswirkt. Eduard Manet war einer der ersten, der mit seinen Bildern die Öffentlichkeit schockierte (Frühstück im Grünen, 1863). Vielleicht als Reaktion auf die neue Technologie, welche die Realität nun 1:1 einfangen konnte, zumindest im Formalen, wollte der Impressionismus eben nicht die Geradlinigkeit der exakten Formen, sondern die Stimmung, die Impression eines Augenblickes einfangen.
Ich sehe hier Parallelen zur KI, die als neue Technologie nahezu alle menschlichen Tätigkeiten wie Schreiben, Rechnen, Denken, Konzipieren, Kommunizieren etc. übernehmen und besser machen kann. Ich sehe schon jetzt Tendenzen, dass sich die Fehlerhaftigkeit als der neue Charme des allzu Menschlichen durchsetzen wird und eine neue Schiene, parallel zur perfekten Welt der KI, erschaffen kann. Wenn die KI eh alles besser sortieren, organisieren, komprimieren, erstellen und umbauen kann, dann sucht sich die menschliche Kreativität neue Formen und Wege, sich auszutauschen.
Ein anderes Beispiel ist die Musik. Richard Wagner schockierte und imponierte der Welt ebenfalls, mit seinem Gesamtkunstwerk, das es formell so noch nie gegeben hat. Die Künste waren strikt voneinander unterteilt. Wagner wagte die Vermischung von Bühnenkunst, Musik, Dramaturgie (Plot) und Mythos. Es war eine Hybris, so etwas Riesenhaftes auf die Bühne zu bringen, zu inszenieren. Interessanterweise belebte Wagner die Mythen der alten Germanen und nicht, wie es sonst in der Szene üblich war, jene der alten Griechen und Römer. Somit ist es auch ein symbolischer Beginn eines neues Nationalismus.
Was wird uns in dieser Hinsicht erwarten? Welche Verschmelzungen werden KünstlerInnen erschaffen? Welche Nationalwerte (Widder= ich bin) könnten auferstehen?
Werden wir eine Neuauflage von Wagners Gesamtkunstwerk sehen? Die Wiederbelebung von alten Mythen, die aber regional und nah sind? Die Verschmelzung von KI Technologie, moderner Lebensweise und einer neuen Empfindsamkeit in der Kunst?
Immersive Kinoabenteuer wie Avatar Teil 3 gehen in die Richtung. Ich könnte mir mehr davon vorstellen: Orte, an denen Menschen zusammenkommen (wie in der Oper), um Gesamtkunstwerken beizuwohnen. Oder eine Vermischung von Publikum und Kunst. Von KünstlerInnen und Betrachtenden.
Neptun ist die Kunst per se, das Fließen, das Träumende. Trifft es nun auf den harten Boden des kämpferischen Widders, so wird auch der Ton in der Kunstszene härter, man kämpft mehr und erleidet weniger. Das könnte durchaus sehr interessant werden.
Auch in der Literatur ist eine Energetisierung absehbar: nachdem die Prosa (und auch die Lyrik) zunehmend 'perfekter' und runder wurde, wo Romane scheinbar am Fließband produziert werden und sie alle irgendwie gut und unterhaltsam, aber eben nicht sehr berührend und sprachlich vor allem extrem verarmt sind (Sorry, meine Meinung als Viellesende), könnte nun ein Slot für Romane entstehen, die in ihrer Entstehung viel Mut verlangen, wo der Autor/ die Autorin viel von sich zeigt, die nicht perfekt, aber sehr intensiv und laut sind, die aufwühlen und vor allem: die weitaus politischer und aktivierender sind als in den letzten Jahren.
Vielleicht entstehen auch ganz neue Schreibformate und Bewegungen der Kreativität.
Die Kunst und Kultur ist der Motor der Seele, ohne sie sind wir gut im Überleben (Geld, Produktivität, Leistungssteigerung, Karriere), aber eben schlecht im Leben (Tiefe, Verbindung, Berührung, Resonanz, Nähe). Die Kunst ist auch immer ein paar Schritte schneller, als andere Orte menschlichen Schaffens. Hier werden Trends ausprobiert, durchdekliniert, auch erfunden.
Neptun ist der Planet, der am besten das Musische, die Kreativität und Spiritualität widerspiegelt.
Neptun meets Saturn
Gut, das wird besonders spannend, dazu gibt es dann von Hendrik und mir (Die Astrologen.de) noch mehr Content. Wichtig ist jetzt, dass Neptun alleine den Widder betritt und wir schon einmal ein wenig vorfühlen können, was das mit uns seelisch macht.
Doch wenig später – am 20.2.2026 – kommt Saturn hinzu und beide bilden auf jenen imposanten 0 Grad Widder eine Konjunktion.
Saturn bremst Neptun quasi aus. Es ist eine bedeutende Konjunktion, die alle 36 Jahre stattfindet und häufig markante politische Jahre umspielt.
Das letzte Mal gab es diesen Zyklusauftakt (=die Konjunktion der beiden) 1989 und war ein Donnerschlag der Geschichte mit dem Mauerfall.
Was wird uns 2026 erwarten? Welche Mauern =Saturn) werden weichen (=Neptun), welche Vorstellungen vom Sein (=Widder) werden komplett umgekrempelt und in ein neues Kleid (=Neptun) gesteckt? Mit wie viel Vehemenz wird seitens der Staaten und Herrschenden (=Saturn) auf die sich aufbäumende Volksseele (=Neptun im Widder) vorgegangen?
Die vielen Revolutionen und Volksaufstände werden uns vermutlich das ganze Jahr über begleiten. Sie sind die Vorboten einer sich grundlegend verändernden Welt.
Es ist wirklich astrologisch eine Zeit der Superlative – Neptun ist ja auch die Spitze des Glücksdreiecks. Mehr geht eigentlich nicht, oder?
Und so sage ich nur: Happy Birthday Neptun, schön, dass du dich jetzt mal so zeigst!
Schreib mir gerne deine Gedanken zu meinen Texte an meine Mail: [email protected]
Und wenn du mehr über deinen eigenen Neptun im Horoskop erfahren möchtest, dann schreib mir. Ich habe ein Buch über Neptun geschrieben 'Der Neptun Code', es wird in den nächsten Wochen erscheinen.
Ich sende dir eine Leseprobe :-)

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Sabine Eckhardt (Donnerstag, 29 Januar 2026 13:53)
Ich interessiere mich sehr für eine Leseprobe des Buches Neptun Code und auch den Neptun Test. Vielen Dank! Grüße von Sabine