Oktober – die beste Zeit, um runterzukommen
..besonders die erste Oktoberhälfte ist dazu gut geeignet. Wir haben uns schon ein wenig an die stagnierende Energie des Glücksdreiecks gewöhnt seit Anfang September. Diese Phase erreicht jetzt eine neue innerliche, sehr emotionale Qualität. Und das ist auch extrem wichtig für uns. Wir befinden uns grundsätzlich in einem Übergangsszenario, wir spüren das alle.
Das Gewohnte wird uns weggerissen: Auf der Arbeit, in Beziehungen, im Alltagsleben. Schulbildung wird sich verändern, Lebensläufe werden vollkommen auf Neuschnee geschrieben werden und können nicht mehr von den Eltern abgeschaut werden. Und Beziehungen suchen sich einen neuen Nenner. Die Frage ist: Womit gehe ich in Resonanz, was suche ich im Anderen, wenn es nicht mehr das Heteronormative ist, die klassische Paardynamik, das Verliebt-Verlobt-Verheiratet.
Die Manosphere und die Tradwives Bewegung zeigen, dass hier etwas gekippt ist, sonst wären solche drastischen Gegenbewegungen, die stark reaktionär und klar hierarchisch (Mann-Frau) sind nicht wachsen.
Der kollektive Neuanfang und der innere Widerwille
Dass wir uns gesellschaftlich umbauen, ist an allen Ecken und Enden sichtbar. Und spürbar. Weder unser Ego, noch unser altbackenes Hirn mögen Veränderungen. Warum? Das Ego braucht eine stabile Basis, auf das es referieren kann. Ich bin das und das, so kenne ich mich. Bei Veränderungen fragt sich das Ego: Wer bin ich, wenn ich das nicht mehr bin? Es geht um Kontrolle und Sicherheit. Und um Bequemlichkeit, die immer mit Glückshormonen belohnt wird.
Auch neurobiologisch sind Veränderungen unerwünscht: Das Gehirn verbraucht Unmengen an Energie und ist auf Energiesparen ausgerichtet. Dann ist eine ungewisse Zukunft mit Stress verbunden, denn die Vorhersagbarkeit von zukünftigen Ereignissen ist ein klarer Überlebensvorteil und so haben wir epigenetisch die Angst vor dem Neuen in uns stecken. Weil es Sinn macht.
So. Nun passiert es aber überall. In allen Lebensbereichen. Weltweit. Das Eine sind die neuen Technologien, die künstliche Intelligenz (die uns erheblich stresst, weil sie als die neuen Herrschenden der Welt interpretiert werden), die effektiveren Prozesse des Denkens, Verwaltens von Informationen und Speicherns.
Das Andere sind die schon seit den frühen 2000er Jahren genutzten neuen Informationsgänge durch das Internet. Informationen – egal ob Fake oder wahr – breiten sich rasend schnell aus. Auch das provoziert das Gewohnheitstier in uns. Macht uns Angst. Denn wir können das viele Neue nicht verarbeiten. Und wir können nirgendwo in der Geschichte abschauen.
Spuren im Neuschnee
Wir müssen Spuren im Neuschnee hinterlassen. Die dann Richtungsweisend sind für nachfolgende Generationen. Und das ist eine große Verantwortung. Und so spüren wir vielleicht – je nach unserem Charakter, ob wir mutiger sind, oder weniger – die Aufregung des Neuen und wollen loslegen, sind total froh, dass wir die ersten sein dürfen. Und wir spüren kollektiv den Druck der Verantwortung, dass es die jetzt lebenden Menschen sind, die hier wichtige Stellschrauben drehen.
Natürlich kann man sagen: Verantwortung? Das entscheiden doch alles sowieso andere, die über uns stehen, unsichtbar die Fäden in den Händen halten, die Konzerne, die Reichen, die Hacker.
Stimmt.
Und nun du. Was kannst du tun, in dem Mikrokosmos deines Lebens? Vielleicht hilft dir das Bild des Neuschnees. Du darfst auch Spuren hinterlassen. Welche sollen es sein? In meinen Coachings frage ich gerne, wenn jemand in einer angespannten Lage ist, in einer Krise: Wie willst du dich sehen aus der Sicht deines 10 Jahre älteren Ichs? Wie willst du dich an diese Phase deines Lebens erinnern? Was wünscht du dir, getan zu haben?
Mir hat das schon öfter enorm geholfen. Das erste Mal nach einer vertrackten Beziehung, die keine Aussicht hatte. Es war absolut aussichtslos und mein Verstand wusste das. Mein Herz allerdings hatte andere Ansichten. Aber ich wollte mich selbst nicht im Drama erinnern. Ich wollte mich an mich als eine edle, stolze, starke Frau erinnern. Und ich habe diese Phase elegant gemeistert (fand der Kerl übrigens auch, hat er mir später mal erzählt, wir sind jetzt Freunde).
Oktober – die Pausetaste ist gedrückt
Daher – und ich habe wieder weit ausgeholt – ist es so angenehm, dass mal gerade der Druck raus ist. Im Oktober sind alle wichtigen Planeten rückläufig. Neptun gesellt sich in der letzten Monatshälfte zu Saturn in den Fischen und macht uns 'innensehend'.
Wir verlegen das Verarbeiten der ganzen Hektik vom Neuanfang der ersten Jahreshälfte auf unsere Emotionen. Wir müssen ja auch mal verarbeiten, was da alles passiert.
Verkörperlichen, verstoffwechseln (eines meiner Lieblingsworte).
Der Oktober, und auch der November, laden zum Verweilen, zum Stillsein ein. Zu Innerlichkeit und dem Überprüfen, ob wir unsere Seele auch mitgenommen haben auf dem Sprint in dieses Jahr. Merkur geht passenderweise in den Skorpion vom 6. bis 29.10. und lenkt auch unseren Verstand auf das Psychologische, hinter den Fassaden, den Tiefgang.
Venus tritt aus der vernünftigen und kalkulierenden (#Finanzen) Jungfrau in die gesellige Waage und glättet Beziehungskrisen, vielleicht auch auf internationaler Ebene. Immerhin erweitert sie auf 1 Grad Waage das Glücksdreieck zu einer Drachenfigur, die immer sehr positiv zu deuten ist.
Kurz zuvor, am 7.10., haben wir den Vollmond auf 14 Grad Widder: Hier haben wir die Gelegenheit mit voller Sicht auf unseren bisherigen Erfolg zu blicken und Neues zu planen.
Pluto wird am 14.10. wieder direktläufig, aber ich würde noch warten mit dem Hufe scharren und Oktober und November – wäre ich eine kosmische Astro-Ärztin – als Ruhemonate verordnen. Haben wir alle nötig. Und im Aktionismus werden dumme Dinge entschieden, das weiß man doch. Trotz Widder Vollmond und damit einhergehender Hyperaktivität würde ich das eher versporteln, als wichtige Entscheidungen zu treffen.
Der Neumond am 21.10. findet auf 28 Grad Waage statt und verstärkt das Thema der Gerechtigkeit und Fairness in Beziehungen.
Wenn du nicht mehr so richtig weißt, wie das geht mit dem Nichtsmachen, dann lies meinen letzten Blogbeitrag dazu. Als Inspiration.
Nur mal so am Rande: Wenn du nichts machst, dann schaffst du einen Raum der Klarheit. Und das ist in dem aktuellen Trubel und der Nebelwand so nötig.

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Christine Kluthe (Montag, 06 Oktober 2025 01:39)
Vielen Dank, liebe Jana, das hört sich alles sehr passend an und ich werde mir die Ruhezeit nehmen. Ich glaube beim Astrokongress warst Du diesmal nicht, ich habe Dich jedenfalls nicht gesehen.
Viele liebe Grüße von Christine